Q-Tarantino.de Forum (http://www.q-tarantino.de/forum/index.php)
- Tarantinos Filme (http://www.q-tarantino.de/forum/board.php?boardid=922)
-- Grindhouse (Grind House) - Planet Terror & Death Proof (http://www.q-tarantino.de/forum/board.php?boardid=927)
--- "Death Proof" im Kontext zu anderen "Tarantinos" (http://www.q-tarantino.de/forum/thread.php?threadid=1648)


Geschrieben von Xaver am 23.07.2007 um 17:47:

  "Death Proof" im Kontext zu anderen "Tarantinos"

Mir is noch was aufgefallen, weil ich öfters lese ob der Film nun besser oder schlechter is als zb Pulp Fiction:

Finde halt, man sollte den Film in Tarantinos Werk einordnen, und sich nicht darüber Gedanken machen, ob er nun besser als Kill Bill oder schlechter als Pulp Fiction ist, das liegt denke ich zu großen Teilen am persönlichen Geschmack. Die meisten Kritiken gehen halt in die Richtung, wirklich genialer Film, aber absolut nicht Mainstream tauglich, wer aber Tarantinos Stil, der hier reiner als in allen seinen Filmen bisher gezeigt wird, mag, der hat einen Riesen Spass mit dem Film.

Wenn man ihn in sein Werk einordnet, dann fällt finde ich folgendes auf.

Zuerst hat er mit Reservoir Dogs, Pulp Fiction und True Romance (wo er des Drehbuch geschrieben hat ) eine lockere ironische Gangsterfilmtrilogie geschaffen. Und riesigen Erfolg gehabt. Daraufhin hat er sich einen persönlichen Wunsch erfüllt, mit dem die allgemeinen Kinogänger so gar nichts anfangen konnten. Einen Blaxploitation Film namens Jackie Brown. Vielen war er zu zäh, meiner Meinung nach ist er aber mindestens genauso gut wie seine bisherigen Werke.
Dann gab es wieder eine großes Werk, das wieder mehr in Richtung Mainstream ging, Kill Bill. Wieder klingeln die Kassen und Tarantino hat alle Freiheiten jetzt wieder das zu machen worauf ER Bock hat, was die Leute von ihm erwarten ist ihm da Scheiß egal.
Also hat er Death Proof gemacht, er hat sich wieder in einem seiner Lieblingsgenres ausgetobt, wie zuvor schon in Jackie Brown im Blaxploitation Genre. Und der Großteil der Kinogänger findets eher langweilig.

Bis auf eine überschaubare Gruppe die wirklich etwas mit Tarantinos Filmen anfangen kann. Die feiern ihn wieder für diese kleine und dennoch geniale Genreübung.

Und wenn man sich ansieht was Tarantino als nächstes plant, er will zum einen eine Reihe von Italo Western drehen, oder eben das schon lange angekündigte 2. Weltkrieg Drama "Inglorious Bastards". Also wieder ein größeres Projekt.

Finde ich ganz interessant zu beobachten.



Geschrieben von Lone Wolf am 23.07.2007 um 18:04:

 

Interessante Auführung, Xaver. Ich gebe dir größtenteils Recht, aber ehrlich gesagt denke ich nicht dass dem Typ die Kohle fehlt, sondern dass er auch mit Filmen wie "Kill Bill" seine Ideen auslebt. Anderseits kann es gut möglich sein dass er die "Pause" zwischen zwei Blockbustern nutzt um etwas schrägeres zu machen. Denke da spielt auch das allgemeine Interesse (nicht nur von Kinogängern, sondern von Leuten aus der Szene)eine große Rolle. Wenn er nur noch solche Movies a la "Death Proof" machen würde, dann würde er bestimmt Popularität einbüßen, was wiederum bedeuten würde dass er nicht seine Lieblingsbesetzung bekommt usw.
Schlußendlich ist er aber ein Künstler und er möchte seine Kunst den Leuten nahe bringen, so viel steht für mich fest.



Geschrieben von Kenix am 23.07.2007 um 18:22:

 

Ich finde nicht, daß Kill Bill jetzt stärker in Richtung Mainstream geht und Death Proof weiter davon entfernt ist als seine anderen Werke. Daß Kill Bill oder Pulp Fiction Erfolge an der Kinokasse waren war meiner Meinung nach genauso ein Glückstreffer wie das Pech bei Jackie Brown.
Wenn ich dem Mann eines guthalte, dann daß er immer seine Vorstellung durchdrückt und sich nicht nach dem Publikum richtet. Und ich betrachte seine Arbeit durchaus mit gemischten Gefühlen.



Geschrieben von Xaver am 23.07.2007 um 18:32:

 

Naja, also nicht das ich Kill Bill schlecht machen will, im Gegenteil ich liebe beide Filme, aber es ist doch nunmal so, das Action und Gewalt mehr Leute ins Kino locken als Dialoge. Daher trifft der Film eher den Geschmack der breiten Masse, ist also eher Mainstream.



Geschrieben von Kenix am 23.07.2007 um 18:38:

 

Death Proof versprach oder verspricht in den entsprechend anpeitschenden Trailern auch Action und Gewalt, und in Verbindung mit Planet Terror erst recht.
Trotzdem blieben die Zuschauer von Beginn an weg.

Ich denke, daß gerade Kill Bill den Nerv der Zeit besser traf; nicht umsonst erreichte die Asia-Welle auch damit das breite Publikum. Aber das hatte erst danach etwas mit Mainstream zu tun; nicht von der Planung an.



Geschrieben von diceman am 23.07.2007 um 18:51:

 

Bei uns im Saal war's auch so gut wie leer. Dafür ausschließlich diszipliniertes Publikum (ein Pärchen hat den Saal allerdings nach 20 Minuten verlassen), keine Handies, kein Geraschel, kein Geflüster. Eventuell eingeplante Lacher kamen an den richtigen Stellen.

Hätt auch mit mehr Ansturm gerechnet. Aber wahrscheinlich ist man noch ganz arg traumatisiert von "Kill Bill Vol. 2", dem langweiligsten Tarantino aller Zeiten, der so gar nicht an den ersten rankam. Augen rollen Die "Death Proof"-Vorstellungen schienen dagegen von Anfang an leer gewesen zu sein.

Verstehen kann ich's nicht.

Ist meiner Meinung nach ein Film, der wie guter Wein Zeit zum Reifen braucht. Einmal gucken, Scheiße finden, ist dabei durchaus im Rahmen des Möglichen. Nicht jedoch einmal gucken und vergessen.



Geschrieben von Xaver am 23.07.2007 um 19:03:

 

Echt wars bei euch immer so leer? Bei uns wars rappevoll, genauso als ein Freund von mir gegangen ist. Aber das is Amerika des Grindhouse Doppelfeature gefloppt ist wundert mich ja nach wie vor, evtl lags wirklich an der Überlänge.

Wenn er in Deutschland eher weniger erfolgreich ist, dann denke ich mal liegt das auch eher daran, das eben in allen Kritiken vor den vielen Dialoge gewarnt wird, und auch der Trailer sowas ankündigt. Hab von vielen Leuten im voraus gehört, als sie den Trailer gesehen haben, hat das auf sie wie ein langweiliger Frauenfilm gewirkt.
Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, das der Film in Europa noch ein Erfolg werden könnte, bei uns im Kino waren jedenfalls alle begeistert. Bin da mal gespannt auf erste Zahlen.

Achja, Vol. 2 war doch mal viel geiler als Vol. 1. smile (ok ich weiß, mit der Meinung steh ich ganz allein da)



Geschrieben von Lone Wolf am 23.07.2007 um 19:14:

 

Was sind denn das für Aussagen? Ein Frauenfilm? Kenn leider keinen Augenzwinkern


@Kenix:
Stimmt, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt: "Kill Bill" ist keines falls ein Mainstream-Film, aber es war schon von vornherein klar, dass er ein breiteres Publikum anspricht als etwas ein "Death Proof".



Geschrieben von diceman am 23.07.2007 um 19:46:

 

Zitat:
Original von LordTirschtl
Was sind denn das für Aussagen? Ein Frauenfilm? Kenn leider keinen Augenzwinkern

Naja, gibt solche und solche. "Stolz und Vorurteil" zum Beispiel. Gibt aber auch Frauen, die gerne Kurt Russell gucken. So gesehen wäre dann "Starforce Soldier" auch wiederum ein Frauenfilm. Böse Zungen behaupten übrigens, Russ Meyer würden ebenfalls Frauenfilme drehen.

Ergo: alles Blödsinn.

Zitat:
Original von Xaver
Achja, Vol. 2 war doch mal viel geiler als Vol. 1. smile (ok ich weiß, mit der Meinung steh ich ganz allein da)

Dir war hoffentlich klar, daß meine Aussage ironisch gemeint war? Augenzwinkern
Meiner Meinung nach sollte "Kill Bill" nämlich als ein Film betrachtet werden. Erste und zweite Hälfte seperat zu bewerten find ich dagegen Quatsch. Der Split für's Kino (und DVD) war lediglich eine gewinnoptimierende Maßnahme von den Weinstein-Brothers.



Geschrieben von Xaver am 23.07.2007 um 22:30:

 

@Dicema: Ok, das hatte ich tatsächlich nicht als ironisch kapiert smile . Habe nähmlich schon von reihenweise Leuten gehört, das sie Teil 2, besonders im Vergleich zu Teil 1 sehr schwach finden.



Geschrieben von diceman am 23.07.2007 um 22:56:

 

Zitat:
Original von Xaver
Habe nähmlich schon von reihenweise Leuten gehört, das sie Teil 2, besonders im Vergleich zu Teil 1 sehr schwach finden.


Nix für ungut, kenne das selbst aus diversen Gesprächen. smile
Persönlich würde ich zwar ebenfalls die erste Hälfte als meine "Lieblingshälfte" bezeichnen, einfach weil mir das rasante Tempo und das überdrehte, fast schon Anime-ähnliche Flair so gefällt, trotzdem sehe ich beide Teile weiterhin im Kontext. Freue mich daher umso mehr auf den ungeschnitten Cut der Cannes-Version auf DVD.



Geschrieben von Qall am 24.07.2007 um 11:44:

 

Zitat:
Original von diceman
Dir war hoffentlich klar, daß meine Aussage ironisch gemeint war? Augenzwinkern
Meiner Meinung nach sollte "Kill Bill" nämlich als ein Film betrachtet werden. Erste und zweite Hälfte seperat zu bewerten find ich dagegen Quatsch.


also hier muss ich dir nochmal kurz wiedersprechen. Soweit ich mich erinnere kamen die Filme getrennt in die Kinos und auf DVD, wurden niemals als ein Film geschnitten (zumindest nicht publiziert) und sind dabei visuell vielfältiger als andere Filme es in 3 Teilen schaffen. Nichts liegt mmn also näher, als sie getrennt zu bewerten rotes Gesicht Würdest ja auch die jeweiligen Teile von StarWars, LotR oder POTC nicht als einen Film bezeichnen? Sie erzählen vielleicht eine durchgängige Geschichte, aber sind doch einzelne Filme, die auch, relativ unabhängig vom gesamten Kontext, einzeln bewertet werden können/sollen.
Ich vertrete die Meinung natürlich vor allem aus subjektiver Perspektive, sprich, wenn ich an KillBill denke, denke ich nicht an einen Film sondern an 2, die mich auf unterschiedlichen Ebenen, mal mehr mal weniger, angesprochen haben.



Geschrieben von Kenix am 24.07.2007 um 12:41:

 

Zitat:
Original von Qall
Ich vertrete die Meinung natürlich vor allem aus subjektiver Perspektive, sprich, wenn ich an KillBill denke, denke ich nicht an einen Film sondern an 2, die mich auf unterschiedlichen Ebenen, mal mehr mal weniger, angesprochen haben.


Seh ich übrigens genauso. Hatte aber die Diskussion letztens auch mit einem Tarantino - Fanboy ^^, der mich eisenhart vom Gegenteil überzeugen wollte. Das Weinstein-Argument kam dort auch.



Geschrieben von Red Apple am 24.07.2007 um 18:55:

 

[quote]Original von Xaver
Hab von vielen Leuten im voraus gehört, als sie den Trailer gesehen haben, hat das auf sie wie ein langweiliger Frauenfilm gewirkt.
Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, das der Film in Europa noch ein Erfolg werden könnte, bei uns im Kino waren jedenfalls alle begeistert. Bin da mal gespannt auf erste Zahlen.

Das kommt ganz drauf an, wo man die Messlatte für den ERFOLG hinhängt. Die Produzenten und QT sind da ja ganz zuversichtlich, schließlich waren seine Filme im Ausland oft erfolgreicher als in den Staaten.

Ich finde (um zum Thema zurück zukommen), dass Death Proof ganz gut in das Tarantino-Konzept hineinpasst. Dabei meine ich neben dem auffälligen Erzählstil, der besonderen Stimmungen (Bilder mit passender Musik), den erfrischenden Alltags-Dialogen und der Gewalt-Pointen vor allem die liebevolle Zeichnung der Charaktere.
QT konnte schon seit RD die Rollen nach seinen Vorstellungen mit seinem Lieblingsschauspielern besetzen. Selbst wenn DP die internationalen Erwartungen nicht erfüllt, bleibt die "Marke" TARANTINO mächtig und ermöglicht weiterhin die beste Besetzung...
Diesmal holte er nur einen seiner Favorits ins Boot (Snake Russel) und besetzte die restlichen Rollen mit jungen Talenten, insofern der einzige Bruch mit dem Erfolgskonzept. (Pam Grier als Jungle Julia will ja auch keiner sehen ;-). Trotzdem ermöglicht er den Girls durch großzügige Textvergabe die Entfaltung ihrer Rollen, sodass man sie kennen und mögen lernt. Stuntman Mike dagegen lernt man kennen und hassen, sein Ende wird dadurch zum wahren Fest!- Klar dass sowas auch Frauen gefällt.
QTs Filme sind ohnehin voller starker Frauen (Inkl. Madonna und der Gutshot-Lady in RD :-), was ganz nach meinem Geschmack ist.
Und immer wieder sind die Menschen sympathischer als die Stereotypen in anderen Hollywood-Produktionen, die Wenigsten davon richtig böse, gesellschaftliche Unterschiede kaum auszumachen und Gesetz und Politik weit weg (z.B. sind kaum Bullen dabei).
Auch die Action und die Gewalt sind wieder anderes als der Mainstream vorschreibt. Ohne sinnlose Schießereien, Explosionen und Digitale Spezialeffekte. Damit soll sich auch weiterhin eher Robert Rodriguez in seiner übertriebensten Konsequenz beschäftigen - ich freue mich auch schon auf Planet Terror!

QT macht die Filme zu denen er gerade Lust hat und zwar nach seinem Geschmack. Er mag halt Exploitation-Filme mit alten Amischlitten genauso wie stilvolle Gangsterthriller, Blaxpoitation, Samurai/ Martial Arts, Italowestern oder Kriegsfilme. Ich teilte viele seiner Vorlieben, bevor ich sein Gesamtwerk kannte und fühle mich auf der gleichen Wellenlänge.

Hätte ich früher nen DVD-Player oder ne Flatrate gehabt, wäre ich auch eher in diese interessanten Forendiskussionen eingestiegen...



Geschrieben von Maiden am 26.02.2008 um 12:50:

 

Ich glaube man muss sich wirklich nicht darüber unterhalten ob Death Proof nun in die Tarantino Reihe passt. Dazu ist er einfach zu offensichtlich nach Tarantinos Strickmuster gedreht. Stilistisch fallen sofort viele Parallelen zu Kill Billl auf, und teilweise scheint es mir fast wie eine Homage auf seine alten Filme. Sicherlich ganz nett, und lädt zu vielen Schmunzlern ein. Rein technisch habe ich an dem Film auch überhaupt nichts zu meckern. Er wirkt insgesamt wie ein Konglomerat aus seinen alten Filmen. Wobei vorallem Kurt Russel sehr nett anzusehen war (damn that guy is cool as fuck), während die anderen Schauspieler meistens ziemlich mittelmäßig waren, aber da sie keine anspruchsvollen Rollen spielen mussten, fiel das nicht ganz so ins Gewicht. Allerdings muss ich sagen, dass das Ende des Films sehr beeindruckend offenbarte, wie hohl Death Proof eigentlich wirklich ist. Das erste mal nach einem Tarantino hatte ich das Gefühl, dass er nichtmal versucht hat wirklich eine Story einzubinden. Sicher, für großartig innovative Storys war er noch nie bekannt, aber das war mir dann doch deutlich zu witzlos.

Sicherlich ein Film den man sich gerne mal anschauen kann, aber kein großes Highlight. Man muss Tarantino aber immernoch groß ankreiden, dass er , anders als viele andere Mainstreamregisseure, seine Filme liebt. Und das merkt man wirklich in jeder Minute



Geschrieben von tarantino`s gewissheit am 26.02.2008 um 16:20:

 

Zitat:
Original von Maiden
...Allerdings muss ich sagen, dass das Ende des Films sehr beeindruckend offenbarte, wie hohl Death Proof eigentlich wirklich ist. Das erste mal nach einem Tarantino hatte ich das Gefühl, dass er nichtmal versucht hat wirklich eine Story einzubinden. Sicher, für großartig innovative Storys war er noch nie bekannt, aber das war mir dann doch deutlich zu witzlos.

haha find ich irgendwie lustig natürlich hast du recht aber sollte grindhouse nicht eine hommage an die b-movies sein die gerade keine tolle Story haben aber trotzdem nett anzuschauen sind .Insofern konnte QT überhaupt nix falsch machen oder irre ich mich da ?



Geschrieben von Mr.Purple am 20.03.2008 um 18:11:

 

Also,gemeinsam mit Planet Terror find ich Death Proof genial...aber auch allein kann er sich ganz gut zwischen anderen Filmen Tarantinos tragen.



Geschrieben von Lone Wolf am 20.03.2008 um 20:09:

 

Warum gemeinsam genial? Die Filme bauen doch nicht aufeinander auf, war bloß ein Double-Feature



Geschrieben von Mr.Purple am 20.03.2008 um 22:33:

 

Ja,aber gemeinsam haben die Filme den richtigen Flair... Augenzwinkern



Geschrieben von Lone Wolf am 20.03.2008 um 22:59:

 

Zitat:
Original von Mr.Purple
Ja,aber gemeinsam haben die Filme den richtigen Flair... Augenzwinkern


Ah, verstehe Augenzwinkern


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH