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Geschrieben von Mr.Purple am 23.07.2013 um 15:05:

  Alfred Hitchcock (1899-1980)

Wahrscheinlich der Meister des Suspense-Kinos, persönlich kenne ich aber viel zu wenig von ihm, was sich bald ändern soll. Anfangen wollte ich mit dem Fall Paradin und dem häufig vernachlässigten Film Ich Beichte. Was kennt und empfehlt ihr? Was kann man vernachlässigen?



Geschrieben von Bogus am 30.07.2013 um 03:00:

 

Was jeder kennen sollte ist VERTIGO, PSYCHO, DIE VÖGEL, REBECCA, COCKTAIL FÜR EINE LEICHE, NORTH BY NORTHWEST, NOTORIOUS, REAR WINDOW, herrje, am besten ALLES. An FRENZY lässt sich erahnen, was für ein Sleazeopa aus ihm geworden wäre.



Geschrieben von Mr.Purple am 30.07.2013 um 14:11:

 

Die Vögel habe ich gestern gesehen und der Film hat mich mit seinem offenen Ende schon sehr beeindruckt. Psycho kenne ich schon. Marnie kommt als nächstes.



Geschrieben von Bogus am 30.07.2013 um 22:23:

 

DIE VÖGEL ist vermutlich der beste surreale Horrorfilm.
Hitchs bester Film ist aber trotzdem VERTIGO.



Geschrieben von Mr.Purple am 01.08.2013 um 22:01:

 

Mir gefällt daran, dass Hitchcock keinen Hintergrund für die Angriffe der Tiere vorgibt. Er lässt der Imagination Raum, das ist etwas, was viel zu viele Regisseure vergessen...



Geschrieben von Bogus am 03.08.2013 um 11:00:

 

Andererseits bei RABID hätte beispielsweise eine simple rationale Erklärung sehr geholfen, die Entwicklung verständlich zu machen.



Geschrieben von Mr.Purple am 03.08.2013 um 12:06:

 

Ja, durchaus möglich, (ich kenne Rabid nicht wirklich) aber die meisten Filme dieser Art scheitern eigentlich, wenn sie versuchen, sich zu erklären.

Marnie fand ich stellenweise toll, ich verstehe nicht, wieso der Film so kritisch rezepiert wurde. Besonders interessant: Die Szene mit Sean Connery und Tippi Hedren im Haus der Mutter.

Der nächste Film wird wohl Rear Window.



Geschrieben von Dr.Zaius am 10.08.2013 um 13:11:

 

Ich bin wirklich erstaunt das Du die alle erst jetzt entdeckst. Gibt doch regelmäßig Wiederholungen im TV / bzw. sogar ganze Filmreihen wie zuletzt bei Arte.



Geschrieben von Mr.Purple am 10.08.2013 um 13:35:

 

Zitat:
Original von Dr.Zaius
Ich bin wirklich erstaunt das Du die alle erst jetzt entdeckst. Gibt doch regelmäßig Wiederholungen im TV / bzw. sogar ganze Filmreihen wie zuletzt bei Arte.


Das ist natürlich wahr, aber ich sehe einfach sehr selten fern- selbst solche Sender nicht, die keine Werbung bringen. An eine Hitchcock-Reihe kann ich mich erinnern und im Rahmen dieser habe ich glaube ich einmal Topaz gesehen, der jetzt nicht unbedingt zu den großen Highlights zählt, soweit ich das bisher ersehen kann. Neulich erst habe ich Francois Truffauts Buch erstanden, dass ich ganz besonders finde. Ich würde sogar sagen, dass Hitchcock ein Künstler war, weil er auch versucht hat, sich selbst auszudrücken, z.B. ja in Ich beichte. Vielleicht ist das auch ein wenig gewagt.



Geschrieben von Bogus am 18.08.2013 um 11:15:

 

Hahaha gewagt?! Was ist denn hier eigentlich los? Natürlich war Hitchcock ein großer Künstler?! Wer nicht mal seine 5-10 Basics kennt, sollte eigentlich Schweigen, wenn es um Filme geht. Das ist lebensgefährlich. Seine Erfindungen sind heute Regeln. Der hat das Spannungskino geschaffen. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte ohne den würde es nicht mal mehr Kino geben. Ich glaub langsam ihr zwei Witzbolde mit dass/das-Schwäche wollt mich nur provozieren.



Geschrieben von Mr.Purple am 19.08.2013 um 01:53:

 

Zitat:
Original von Bogus
...wollt mich nur provozieren.


Nicht wirklich. Hitchcock als Künstler zu bezeichnen ist durchaus nicht natürlich... Wie viele Regisseure in Hollywood sind/waren denn Künstler? (Anderswo freilich auch); weil man immerhin von der Filmindustrie spricht, ist Kunst nicht unbedingt das, was dort produziert wird, das ist nur logisch. Was Hitchcock für mich zum Künstler macht, ist auch nicht unbedingt das, was er an Maßstäben geschaffen hat, sondern der Selbstausdruck, den er in einigen seiner Filme gesucht hat.



Geschrieben von Dr.Zaius am 24.08.2013 um 16:53:

 

Ernste künstlerische Absichten hatte Hitchcock mit Sicherheit nicht. Er war unbestritten ein echter Meister, aber bei ihm wird alles der Geschichte untergeordnet. Alles ist auf einen Effekt hin ausgerichtet.

Dieses Interview mit Ingmar Bergman bringt es, wie ich finde, super auf den Punkt.



Geschrieben von Bogus am 28.08.2013 um 15:12:

 

Da habt ihr Recht. Hitchcock war in erster Linie Entertainer. Wie William Castle. Aber ich glaube hier gehts wieder nur um Wortspielchen. Wenn Hitchcock nämlich kein Künstler war, sind VERTIGO und PSYCHO auch kaum Kunstwerke. Und den Weg müsst ihr ohne mich bestreiten.



Geschrieben von Dr.Zaius am 28.08.2013 um 20:30:

 

Zitat:
Original von Bogus
Aber ich glaube hier gehts wieder nur um Wortspielchen. Wenn Hitchcock nämlich kein Künstler war, sind VERTIGO und PSYCHO auch kaum Kunstwerke.


Im Endeffekt sind es wirklich nur Wortspielchen. Bresson, Wyler, Tarkowski, Powell, Fuller, Tarr...alles echte Meister.



Geschrieben von Mr.Purple am 29.08.2013 um 12:14:

 

Zitat:
Original von Bogus
Wenn Hitchcock nämlich kein Künstler war, sind VERTIGO und PSYCHO auch kaum Kunstwerke. Und den Weg müsst ihr ohne mich bestreiten.


Ich würde nicht vom Künstler, sondern vom Kunsthandwerker sprechen, wenn ich mich entscheiden müsste. Vielleicht ist das aber auch bei allen Filmemachern der Fall.



Geschrieben von Bogus am 29.08.2013 um 16:51:

 

Dass Filmemacher keine Künstler sind?



Geschrieben von Mr.Purple am 29.08.2013 um 21:22:

 

Zitat:
Original von Bogus
Dass Filmemacher keine Künstler sind?


Ist ein wenig weit aus dem Fenster gelehnt, deshalb habe ich es auch nicht ganz ausgeführt. großes Grinsen



Geschrieben von Dr.Zaius am 01.09.2013 um 23:49:

 

Zitat:
Original von Mr.Purple ...weil man immerhin von der Filmindustrie spricht, ist Kunst nicht unbedingt das, was dort produziert wird, das ist nur logisch.


Eigentlich gar nicht logisch. Niederländische Malerei war ja auch eine Industrie. Soll man jetzt Rembrand und Vermeer als schnöde Kunsthandwerker verbuchen.


Zitat:
Original von Bogus
Dass Filmemacher keine Künstler sind?


Wer sowas behauptet macht sich einfach nur lächerlich.



Geschrieben von Mr.Purple am 02.09.2013 um 17:22:

 

Zitat:
Original von Dr.Zaius

Eigentlich gar nicht logisch. Niederländische Malerei war ja auch eine Industrie. Soll man jetzt Rembrand und Vermeer als schnöde Kunsthandwerker verbuchen.


Zitat:
Original von Bogus
Dass Filmemacher keine Künstler sind?


Wer sowas behauptet macht sich einfach nur lächerlich.


Die niederländische Malerei der Zeit war aber nicht auf die Unterhaltung ausgelegt; das ist doch leicht zu ersehen.
Wie viele Regisseure sind denn Künstler? Und wie viele sind Kunsthandwerker?



Geschrieben von Dr.Zaius am 02.09.2013 um 19:41:

 

Selbstverständlich war die niederländische Malerei auch auf Unterhaltung und Zerstreuung ausgelegt, aber egal.

Wer behauptet das es keine echte Filmkunst gibt ist ein Hans Wurst.


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