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Zum Ende der Seite springen Onibaba (Japan, 1964)
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diceman diceman ist männlich
L: Change the World


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Dabei seit: 22.01.2004
Beiträge: 3.985

Onibaba (Japan, 1964) Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Zitieren Diesen Beitrag editieren/löschen Ändern Diesen Beitrag einem Moderator melden Melden       Zum Anfang der Seite springen



Krieg in Edo-Japan, das bedeutet Leid für das Volk; verdorbene Ernte, Krankheit und Tod. Eine junge Frau und ihre Schwiegermutter, deren Sohn seit Anbruch des Krieges an der Front verloren gegangen ist, leben in einer ärmlichen Hütte am Flußufer, umgeben von Sümpfen und Feldern. Sie stechen verletzte Samurais ab, plündern Leichen und verkaufen die Beute für eine Handvoll Getreide. Die leblosen Körper werfen sie in eine Grube. Die mäßig erfolgreiche Zweckgemeinschaft wird auf eine harte Probe gestellt, als statt des verlorenen Sohns/Ehemanns ein streunender Deserteur auftaucht, der sein Lager in der Nähe der Hütte aufschlägt. Die junge Frau kommt dem Mann näher, eine Affäre beginnt, die mehr von triebhafter Lust und emotionaler Entbehrung, denn tatsächlicher Liebe gezeichnet ist. Die Schwiegermutter, die ihre eigene Existenz gefährdet sieht und den Verlust ihrer einzigen Verbündeten verzweifelt zu verhindern sucht, setzt alles daran, die Affäre zu beenden und die junge Frau wieder an sich zu binden.



Bewegend, schockierend, mitreißend. Ideen und Charakterprofile wirken lebendig und greifbar. Ein zeitloser Film eben, selbstverständlich auch in Bezug auf das intensive Spiel der allesamt hervorragenden Schauspieler. Und auch wenn sich der Handlungsrahmen auf die stets gleichen Orte konzentriert, die Reisfelder, das Flußufer, die Hütte, bekommt man ein Gefühl für die Zeit, wird man der Schrecken und Kollateralsymptome des Krieges eindringlich gewahr. Ein bißchen stellt sich das Gefühl ein, einem intimen Kammerspiel beizuwohnen, mit all seinen klaustrophobischen, aber auch eng zusammenführenden Eigenschaften. Hab selten einen glaubwürdigeren moralischen Zerfall einer Gruppe erlebt als in "Onibaba", wenn selbst in extremen Situationen das eigene Überleben noch gegen das Aufbegehren der Triebnatur aufgewogen wird. Ein im Mikrokosmos menschlicher Existenz angesiedeltes Monumentalwerk, welches vor allem in den letzten 20 Minuten unglaublich kraftvolle Bilder zustande bringt und ein Ende liefert, das einen noch heute erschauern lässt. Meisterwerk, hands down.

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Takashi Miike Movie-Count: 57 ...

Dieser Beitrag wurde 8 mal editiert, zum letzten Mal von diceman: 17.03.2009 22:26.

17.03.2009 22:20 diceman ist offline E-Mail an diceman senden Beiträge von diceman suchen Nehme diceman in deine Freundesliste auf
Bogus Bogus ist männlich
Moderator


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Dabei seit: 15.06.2005
Beiträge: 2.260

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ONIBABA ist echt candy. Den lieb ich und hab ich schon geliebt, als ich noch nicht wusste, was Liebe ist.

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23.04.2012 21:21 Bogus ist offline E-Mail an Bogus senden Beiträge von Bogus suchen Nehme Bogus in deine Freundesliste auf MSN Passport-Profil von Bogus anzeigen
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